1. Wofür ist Smart Energy gedacht?

Smart Energy steuert geeignete Geräte anhand von Messwerten, Zuständen und Zeitbedingungen. Der Logger wertet die Bedingungen aus und fordert daraus eine Schaltstufe oder eine ESS-Funktion an.

AnwendungsfallUmsetzung
ÜberschussverbrauchRelais oder unterstütztes Gerät bei ausreichender Einspeisung anfordern und bei Netzbezug wieder zurücknehmen.
LastspitzenbegrenzungVirtuelles Gerät ESS mit der Funktion Peak Shaving Netzbezug und einer passenden Freigabebedingung verwenden.
Zeit- und ZustandsfreigabenUhrzeit, Wochentag, Digitaleingänge oder gerätespezifische Messwerte auswerten.
Mehrere VerbraucherVerfügbare Leistung über Prioritäten und Maximalleistungen verteilen.
Betrieb kontrollierenBedingungsergebnisse, Schaltstufe, Profilprotokoll, Live-Parameter und Testfunktion auswerten.
Voraussetzung: Die zu steuernden Geräte müssen bereits korrekt eingerichtet und erreichbar sein. Einspeisung und Netzbezug benötigen eine plausible Messung am Netzanschlusspunkt. Schaltstufen, Leistungslimits und Freigabeschaltungen müssen zum tatsächlichen Gerät passen.

2. Aufbau des Menüs

  1. Konfiguration -> Power Management -> Smart Energy öffnen.
  2. Links das zu steuernde Gerät auswählen. Interne Relais heißen normalerweise RLY1 bis RLY4; für Speicherfunktionen steht zusätzlich der Eintrag ESS zur Verfügung.
  3. Rechts werden die Profile des gewählten Geräts mit Name, Typ, Aktivzustand und Live-Kennzeichnung angezeigt.
BedienelementFunktion
SaveÄnderungen des gewählten Geräts oder der Prioritäten speichern. Vor einem Gerätewechsel verwenden.
CloseSmart Energy verlassen. Der Button ersetzt Save nicht.
PrioritätenGeräte für die Überschussverteilung zuordnen und gewichten.
Hinzufügen / Bearbeiten / LöschenProfile anlegen, das markierte Profil bearbeiten oder entfernen.
AktivDas markierte Profil aktivieren. Pro Gerät kann nur ein Profil gleichzeitig aktiv sein.
LiveProfil für die Liveansicht freigeben. Die Live-Kennzeichnung aktiviert die Regelung nicht.

3. Kriterienbasiertes Profil einrichten

  1. Gerät auswählen, ein neues Profil hinzufügen und einen eindeutigen Namen mit mindestens drei Zeichen vergeben.
  2. Als Steuerungstyp Kriterien basiert verwenden und das Profil anlegen.
  3. Mindestlaufzeit nach Einschaltung und Mindestwartezeit nach Abschaltung einstellen. Die Mindestwartezeit wird in 15-Sekunden-Schritten verarbeitet.
  4. Zur Bedingungsansicht wechseln und die gewünschte Bedingungszeile aktivieren.
  5. Unter Soll-Stufe ausführen wenn den Kriterientyp Systemwerte oder Gerätewerte wählen. Bei Gerätewerten zusätzlich Quellgerät und Parameter festlegen.
  6. Operator und Vergleichswert einstellen. Verfügbar sind >=, >, <=, < und =.
  7. Bei normalen Geräten die auszuführende Soll-Stufe festlegen. Beim Eintrag ESS stattdessen ESS-Funktion und Wert in Watt auswählen.
  8. Falls ein Haltebetrieb erforderlich ist, ein getrenntes Ausschaltkriterium ergänzen.
  9. Zur Profilliste zurückkehren, Profil aktivieren und Save drücken.

4. Auswertung der Bedingungen

KonfigurationVerhalten
Nur EinschaltkriteriumDie Soll-Stufe gilt, solange die Bedingung erfüllt ist. Danach wird Stufe 0 beziehungsweise keine ESS-Anforderung ausgegeben.
Ein- und AusschaltkriteriumDas Einschaltkriterium startet einen Haltezustand. Dieser bleibt aktiv, bis das Ausschaltkriterium erfüllt ist.
Mehrere Kriterien im selben BereichDie Kriterien werden mit UND verknüpft; alle müssen erfüllt sein.
Mehrere BedingungszeilenDie Zeilen werden priorisiert ausgewertet. Die erste passende Einschaltzeile gewinnt; ein aktiver Haltezustand kann weitere Zeilen übersteuern.

Ein grüner Haken kennzeichnet eine erfüllte Bedingung. Ein Kreuz steht für nicht erfüllt, ein Strich für keine gültige Auswertung oder ein fehlendes Kriterium. Einheiten beachten: Leistungen werden in Watt, SOC in Prozent und Uhrzeiten als Stunde und Minute ausgewertet.

5. Prioritäten, Liveanzeige und Testfunktion

Prioritäten

  1. Prioritäten öffnen und ein Gerät hinzufügen.
  2. Prioritätsstufe und maximale Leistung in Watt einstellen.
  3. Zuordnung kontrollieren und mit Save speichern.

Kleinere Prioritätszahlen werden zuerst bedient. Geräte derselben Priorität teilen sich die verfügbare Leistung unter Beachtung ihrer Maximalleistung. Eine Prioritätszuordnung allein ist noch kein Einschaltprofil.

Liveanzeige

Unter Live Widget Konfiguration können linke und rechte Anzeigeparameter, Bezeichnungen und bei Bedarf eine externe Wirkleistungsquelle festgelegt werden. Das Widget zeigt Werte an, ersetzt aber weder Bedingungen noch eine physische Leistungsmessung.

Testfunktion

  1. Testwert beziehungsweise bei ESS zusätzlich Funktion und Wattwert auswählen.
  2. Testzustand auf Aktiv stellen, speichern und die tatsächliche Gerätefunktion kontrollieren.
  3. Den Testzustand anschließend zwingend wieder auf Inaktiv stellen und erneut speichern.
Achtung: Eine aktive Testfunktion kann die normale Profilanforderung ersetzen und einen unerwarteten Dauerausgang verursachen.

ESS-Funktionen

FunktionBedeutung des Werts
Direkte VorgabeDirekte Wirkleistungsanforderung an den ESS-Pfad in Watt.
Regelung am NAPWirkleistungsziel am Netzanschlusspunkt in Watt; benötigt eine NAP-Messung.
Regelung am ESSWirkleistungsziel am ESS-Regelpunkt in Watt.
Peak Shaving NetzbezugPositiver Grenzbetrag für den Netzbezug in Watt.
Peak Shaving EinspeisungPositiver Grenzbetrag für die Einspeisung in Watt.
Der Eintrag ESS bezeichnet eine gemeinsame Speicheranforderung und nicht automatisch einen einzelnen Batterieschrank. ESS-Grundkonfiguration, Messungen, Leistungsgrenzen und weitere Akteure bleiben maßgeblich.

6. Beispiel: Verbraucher bei Überschuss freigeben

Ziel: Ein Verbraucher mit 1500 W erhält über RLY1 eine Freigabe, wenn mindestens 2000 W eingespeist werden. Bei mindestens 200 W Netzbezug wird die Freigabe zurückgenommen.

Elektrischer Anschluss: Der Loggerkontakt dient nur als Freigabe. Den Verbraucher nicht direkt am Relaiskontakt betreiben, sondern eine geeignete Freigabe- oder Schützschaltung verwenden.
  1. Relais 1 in der Nacherkennung als Einzelkontakt - 1 Relais anlegen und speichern.
  2. In Smart Energy für RLY1 ein kriterienbasiertes Profil PVFreigabe anlegen.
  3. Mindestlaufzeit und Mindestwartezeit jeweils auf 60 Sekunden setzen.
  4. Einschaltkriterium Systemwerte -> Einspeisung >= 2000 W anlegen.
  5. Auszuführende Soll-Stufe auf 1 setzen.
  6. Ausschaltkriterium Systemwerte -> Netzbezug >= 200 W anlegen.
  7. Profil aktivieren, speichern und kontrollieren, dass die Testfunktion inaktiv ist.

Nach der Freigabe bleibt das Relais durch den Haltezustand eingeschaltet, auch wenn der zugeschaltete Verbraucher die Einspeisung reduziert. Ab 200 W Netzbezug wird es nach Ablauf der Mindestlaufzeit zurückgenommen.

Die Mindestlaufzeit kann vorübergehend Netzbezug zulassen. Das Beispiel garantiert daher keinen jederzeit bezugsfreien Betrieb.

7. Beispiel: Speicher begrenzt den Netzbezug

Ziel: Ein bereits in Betrieb genommener Speicher soll Lastspitzen oberhalb von 3000 W Netzbezug reduzieren. Freigabe ab BatterieSOC 30 %, Abschaltung bei 25 %.

  1. Unter Diagnose -> Leistungsreduzierung -> ESS NAP-Leistung, ESS-Leistung, SOC und Stellwert auf plausible Werte prüfen.
  2. Prüfen, dass der ESS-Wirkleistungspfad nicht inaktiv ist und die vorhandene Grundregelung zur Anlage passt.
  3. In Smart Energy unter ESS das kriterienbasierte Profil Bezugspeak anlegen.
  4. Mindestlaufzeit und Mindestwartezeit für dieses Beispiel auf 0 Sekunden setzen.
  5. Einschaltkriterium Systemwerte -> BatterieSOC >= 30 % anlegen.
  6. Ausschaltkriterium Systemwerte -> BatterieSOC <= 25 % anlegen.
  7. ESS-Funktion Peak Shaving Netzbezug und Wert 3000 W auswählen.
  8. Profil aktivieren, speichern und die Testfunktion auf Inaktiv kontrollieren.

Bei 5000 W Last und ohne weitere Erzeugung wären zur Begrenzung auf 3000 W ungefähr 2000 W Speicherentladung erforderlich. Ob dies erreicht wird, hängt von Messung, Regelung, verfügbarer Leistung, Energie und weiteren Grenzen ab.

Keine vollständige Speicherinbetriebnahme: Das Profil setzt einen korrekt eingerichteten ESS voraus. Messrichtung, Kommunikation, SOC-Grenzen, Leistungsgrenzen, MI-Vorrang und Verhalten bei Messausfall müssen anlagenspezifisch geprüft werden.

8. Grenzen und Besonderheiten

  • Smart Energy ist kein universeller Gerätetreiber. Geräte und Kommunikation müssen vorher eingerichtet sein.
  • Wallboxen und Wechselrichter sind im beschriebenen neuen Menübereich nicht als steuerbare Geräte enthalten.
  • Pro Gerät kann nur ein Profil gleichzeitig aktiv sein.
  • Mehrere Kriterien im selben Bereich bilden eine UND-Verknüpfung; mehrere Zeilen sind priorisierte Alternativen.
  • Ein Relais kennt Schaltstufen und keine beliebige Wattregelung.
  • Schutzfunktionen, BMS, elektrische Verriegelungen und andere Leistungsgrenzen werden nicht ersetzt.
  • Prioritäten allein bilden noch keine vollständige Betriebsstrategie.
Geprüfter Softwarestand: Den Profiltyp „Linearer Überschuss“ nicht verwenden; im geprüften Stand wird dabei kein Profil angelegt. Die Einstellung „Steuerungsgradient (%/15Sek.)“ erzeugt dort keine eigenständige Rampe. Für eine explizite Soll-Stufe 0 bei normalen Geräten 00 eingeben.

9. Fehler systematisch eingrenzen

BeobachtungPrüfung
Gerät fehltGerät vorher erkennen und konfigurieren. Im Menü sind interne Relais, geeignete SmartEnergy-Geräte und ESS sichtbar.
Profil erscheint nichtEindeutigen Namen mit mindestens drei Zeichen und den Typ Kriterien basiert verwenden.
Änderungen gehen verlorenVor Gerätewechsel oder Schließen Save drücken.
Bedingung erfüllt, Gerät bleibt ausAktives Profil, Soll-Stufe beziehungsweise ESS-Funktion, Mindestwartezeit, Testfunktion, Kommunikation und Gerätegrenzen prüfen.
Ausgang bleibt aktivAusschaltkriterium, Mindestlaufzeit, Haltezustand, Testfunktion und konkurrierende Steuerungen prüfen.
Gerät schaltet zu häufigMesswerte, Schwellen und Mindestzeiten prüfen und eine getrennte Ausschaltbedingung verwenden.
Überschuss unplausibelPrioritäten, Maximalleistungen, zugeordnete Geräteleistung und NAP-Messrichtung kontrollieren.
ESS-Profil ohne WirkungESS-Wirkleistungspfad, NAP- und ESS-Messung, Stellwert, Funktionsart, MI-Vorrang, SOC-, EVU- und Leistungsgrenzen kontrollieren.
Für den Support dokumentieren: Logger- und Firmwarestand, Gerät und Treiber, Profilname, Aktivzustand, alle Kriterien mit Operator und Einheit, Soll-Stufe oder ESS-Funktion, Mindestzeiten, Prioritäten, Testfunktion, Messwerte, beobachtete Ausgabe und Profilprotokoll.

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