Grundprinzip
Bei der Festvorgabe fährt der ESS Controller eine vorgegebene Speicherleistung direkt. Anders als bei der 0-Punkt-Regelung wird der Sollwert nicht anhand der Leistung am Netzanschlusspunkt nachgeführt.
| Festvorgabe | Wirkung |
|---|---|
| Positiver Wert | Speicher entladen |
| Negativer Wert | Speicher laden |
| 0 kW | Keine Lade- oder Entladeleistung anfordern |
Voraussetzungen
- Ein von PLEXLOG unterstützter und steuerbarer Batteriespeicher beziehungsweise Hybridwechselrichter ist eingerichtet.
- Der Speicher nimmt externe Lade- und Entladebefehle über seine Schnittstelle an.
- PLEXLOG liest mindestens die Batterieleistung, den Ladezustand (SoC) und die Nennleistung plausibel aus.
- Die Kommunikation mit dem Speicher ist dauerhaft stabil.
- Die gewählte Leistung liegt innerhalb der vom Hersteller und vom Projekt freigegebenen Lade- und Entladeleistung.
- Die zulässigen SoC-Grenzen und Reserven sind festgelegt.
1. Geräte prüfen
Unter Konfiguration -> Geräte folgende Punkte kontrollieren:
- Der Speicher ist als Batteriespeicher oder Hybridwechselrichter eingerichtet.
- Das Gerät wird ohne Kommunikationsfehler ausgelesen.
- SoC, Batterieleistung und Nennleistung werden plausibel angezeigt.
- Der Speicher ist für externe Leistungsvorgaben freigegeben.
- Lokale Betriebsarten oder Herstellerportale blockieren die externe Steuerung nicht.
2. Festvorgabe einstellen
Konfiguration -> Leistungsreduzierung -> ESS öffnen und folgende Einstellungen vornehmen:
- Als Modus Festvorgabe auswählen.
- Bei Festvorgabe P Soll in kW die gewünschte Speicherleistung eintragen.
- Speichern drücken.
| Beispiel | Bedeutung |
|---|---|
10kW | EntladenDer Speicher soll mit 10 kW entladen. |
-10kW | LadenDer Speicher soll mit 10 kW laden. |
0kW | StillstandDer Speicher soll weder laden noch entladen. |
Die Beispielwerte dienen nur zur Erklärung des Vorzeichens. Der tatsächliche Sollwert muss zur Anlage und zu den Herstellergrenzen passen.
3. Direkte Leistungsvorgabe aktivieren
Konfiguration -> Erweitert -> ESS -> P-Sollwert öffnen und die direkte Vorgabe einstellen:
| Einstellung | Wert |
|---|---|
| P-Sollwert am Messpunkt regeln (Closed Loop) | Aus |
| Maximale Ladeleistung | Entsprechend Speicherfreigabe |
| Maximale Entladeleistung | Entsprechend Speicherfreigabe |
| P-Gradient | Passend zur zulässigen Dynamik des Speichers |
Ist Closed Loop ausgeschaltet, wird die Festvorgabe direkt als ESS-Leistung verwendet. Die Auswahl des Regelpunkts ist für diese Betriebsart ohne Wirkung.
Bei den Leistungsgrenzen werden positive Beträge eingetragen. Die tatsächlich zulässigen Werte müssen aus den Herstellerangaben, dem Anlagenzertifikat und den projektspezifischen Vorgaben übernommen werden.
P-Gradient
- Der P-Gradient begrenzt, wie schnell der Speicher den neuen Sollwert anfährt.
- Ein zu kleiner Gradient verzögert die Leistungsänderung.
- Ein zu großer Gradient kann unzulässige Sollwertsprünge oder Gerätefehler verursachen.
4. SoC-Grenzen einstellen
Unter Konfiguration -> Erweitert -> ESS -> SoC / Reserven den minimal und maximal zulässigen SoC sowie gegebenenfalls Reserven passend zum Speicher festlegen.
- Bei minimalem SoC wird eine positive Festvorgabe zum Entladen begrenzt beziehungsweise beendet.
- Bei maximalem SoC wird eine negative Festvorgabe zum Laden begrenzt beziehungsweise beendet.
5. Zusätzliche Regler und Vorgaben prüfen
Für eine nachvollziehbare Inbetriebnahme sollten weitere Funktionen zunächst ausgeschaltet oder bewusst berücksichtigt werden:
- Closed Loop am Messpunkt
- Bezugsspitzen und Einspeisespitzen kappen
- NAP-Limits
- SmartEnergy-Vorgaben
- MI-, IEC-, EVU- oder Direktvermarktungsvorgaben
6. Inbetriebnahme und Kontrolle
Nach dem Speichern unter Diagnose -> Leistungsreduzierung -> ESS folgende Punkte kontrollieren:
- Sollwertbildung: Festvorgabe
- Aktiver Akteur: Festvorgabe
- Regelzustand: Open Loop
- Der angezeigte P-Sollwert entspricht der Eingabe.
- Der Speicherbefehl hat das erwartete Vorzeichen.
- Die gemessene Batterieleistung nähert sich dem Sollwert.
- SoC und verfügbare Lade- beziehungsweise Entladeleistung sind plausibel.
- Es liegt keine Begrenzung oder übergeordnete Vorgabe an.
Empfohlener Funktionstest
- Mit einer kleinen, für den Speicher freigegebenen Leistung beginnen.
- Eine positive Festvorgabe setzen und das Entladen prüfen.
- Die Festvorgabe auf 0 kW setzen und das Beenden der Leistungsanforderung prüfen.
- Eine negative Festvorgabe setzen und das Laden prüfen.
- Erneut 0 kW einstellen.
- SoC-, Leistungs- und Kommunikationsgrenzen kontrollieren.
Typische Fehlerursachen
- Closed Loop ist noch eingeschaltet.
- Das Vorzeichen der Festvorgabe ist vertauscht.
- Der Sollwert liegt außerhalb der Lade- oder Entladegrenze.
- Minimaler oder maximaler SoC wurde erreicht.
- Der Speicher verweigert externe Befehle oder befindet sich nicht im passenden Betriebsmodus.
- MI, SmartEnergy, IEC, EVU oder Direktvermarktung überschreibt beziehungsweise begrenzt die Festvorgabe.
- Der P-Gradient ist zu klein.
- Kommunikation oder Messwertaktualisierung ist gestört.
- Nennleistung oder verfügbare Lade- beziehungsweise Entladeleistung wird nicht korrekt erkannt.